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Firmengeschichte

 

 

50 Jahre Arcana Arzneimittel-Herstellung   LM-POTENZEN VON ARCANA

 

Mit dem "Organon" fing alles an...

 

1949 eröffnete Dr. Willi Sewerin in Gütersloh eine Tierarztpraxis.  Bei der Behandlung seiner vierbeinigen Patienten stieß er jedoch wiederholt an die Grenzen der herkömmlichen Behandlungsweisen.  Auf der Suche nach Verbesserungsmöglichkeiten  und alternativen Heilmethoden, entdeckte Dr. Sewerin die Schriften Samuel Hahnemanns, des Begründers der Homöopathie (1755-1843).  Er war fasziniert von den Prinzipien der Homöopathie, besonders von den Darstellungen im Werk „Organon der Heilkunst,“ in dem er folgende Aussage über die von Hahnemann in seiner letzten Schaffensphase entwickelten "Fünfzigtausender Potenzen" las: „deren Präparate ich nach vielen mühsamen Versuchen und Gegenversuchen als die kräftigsten und zugleich mildest wirkenden, d.i. als die Vollkommensten befunden habe.“  Diese Feststellung Hahnemanns über die Arzneimittelpotenzierung ließ ihn nicht mehr los, und er fasste den Entschluss, diese außergewöhnliche Heilkunst selbst auszuprobieren und zu erlernen.

 

In dem Schweizer Arzt Dr. Adolf Voegeli fand er einen kenntnisreichen Lehrer.  Mit regelmäßigen Seminaren und zahlreichen Veröffentlichungen bemühte sich Dr. Voegeli in den 1950er Jahren um die Verbreitung der Homöopathie unter der deutschen Ärzteschaft.  Auch hatte Voegeli schon damals die von Hahnemann beschriebenen fünfzigtausender Potenzen in seiner Praxis erprobt und sehr gute Erfolge zu verzeichnen.

 

An dieser Stelle sei zu der Namensgebung dieser Potenzen Folgendes zu sagen: Dr. Voegeli wählte die römischen Ziffern „L“ für „fünfzig“ und „M“ für „tausend,“ um die Potenzierung 1:50000 zu beschreiben; wohl wissend, dass man – nach dem römischen Zahlensystem vorgehend – eigentlich von Q = Quinquagintamillesimal Potenzen sprechen muss.  Die Bezeichnung „LM“ wurde 1978 in das Homöopathische Arzneibuch für entsprechende flüssige und feste Potenzen übernommen und ist bis zum heutigen Tag beibehalten worden (HAB, Vorschrift 17).

 

Angeregt durch Voegelis Erfolge, begann Dr. Sewerin ebenfalls LM-Potenzen nach den Vorschriften Hahnemanns herzustellen; zunächst nur für seine eigene tierärztliche Praxis.  Die durchschlagende Wirkung und eindrucksvollen Heilerfolge beim Einsatz dieser Hochpotenzen führten dazu, dass Dr. Sewerin seinen Medikamentenschatz stetig erweiterte.

 

Als 1954 während eines Workshops mit Dr. Voegeli in Überlingen am Bodenesee von Seiten der ärztlichen Kollegen das eingeschränkte Angebot von LM-Potenzen beklagt wurde, war das für Dr. Sewerin Anreiz, diese Lücke zu füllen.  Am 1. Oktober 1957 gründete er  die Firma Arcana Arzneimittel-Herstellung in Gütersloh. 662 verschiedene LM-Potenzen in der 6.-30. Verdünnungsstufe waren damals verfügbar.

 

 Dr. Sewerin Dr. Willi Sewerin

1962 absolvierte er die Heilpraktiker-prüfung mit Erfolg. Er wollte gern auch Menschen behandeln.

Die Erlaubnis zu praktizieren wurde ihm jedoch zunächst verwehrt, da die Heilpraktikertätigkeit nicht als Zweitberuf ausgeübt werden durfte. Dagegen klagte Dr. Sewerin. Nach einem dreijährigen Prozessmarathon urteilte das Bundesverwaltungsgericht Berlin, dass dem "Tierarzt und Heilpraktiker Dr. W. Sewerin aus Gütersloh die Erlaubnis erteilt wird, zwei Berufe gleichzeitig auszuüben" (Aktenzeichen: BverwG I C 52.64 / OVG VIIIA 841/62). Von nun an konnten alle Heilpraktiker sich auf das Urteil berufen. Ein Urteil, das wegbereitend war für viele nachfolgende Generationen von Heilpraktikern.

Ab 1967 behandelte Dr. Sewerin mit den LM-Potenzen nun Menschen und Tiere und machte viele Erfahrungen.

 

Seit Beginn der 70er Jahre wurden von dem Münchner Arzt und ehemaligen Schüler Voegelis, Dr. Eichelberger, regelmäßig Seminare abgehalten, an denen Dr. Sewerin als Lernender, als Gesprächspartner und eifriger Befürworter für die Sache der Homöopathie teilnahm.  Hier wurden so manche Wünsche von Therapeuten an den Hersteller herangetragen, dessen Bestreben es war, den Arzneimittelschatz durch neue und noch wenig erprobte Medikamente zu erweitern. Dadurch erhöhte sich die Zahl der zur Verfügung stehenden Arzneimittel auf ca. 1200. Viele Medikamente wurden schon bis zur 120. LM hergestellt.

 

Als Verfechter der Homöopathie erwies er sich gemeinsam mit Dr. Eichelberger, wenn es darum ging, den homöopathischen Arzneimittelschatz, der  unverständlicherweise vom ehemaligen Bundesgesundheitsamt durch Verbote einzelner Mittel eingeschränkt werden sollte  , für die Therapie zu bewahren – wie bei den Mitteln Opium oder Aristolochia.

Die Firma Arcana wuchs zu einem mittelgroßen Familienunternehmen. Im Jahre 1996 erfolgte am heutigen Standort in Gütersloh ein Erweiterungsbau. Therapeuten und interessierte Laien, sowie Auszubildende haben seither die Möglichkeit, vor Ort die handverriebene und handverschüttelte Herstellung der LM-Potenzen kennenzulernen. 1997 gab Dr. Sewerin die Arbeit in seiner Praxis auf, da die Firma seine ganze Kraft erforderte.

 

Die BSE-Krise veränderte die homöopathische Landschaft grundlegend. Neue Vorschriften bei der Beschaffung und Verarbeitung der Ausgangsstoffe für Nosoden und Arzneien tierischen Ursprungs hatten zur Folge, dass viele „kleine Nosoden“ (Borrelia, Malandrinum uvm.) und solche mit tierischen Ausgangsstoffen (Murex purpureus, Cimex lectularius) aus dem Arzneischatz und – angebot der Firma gestrichen werden mussten. Den hohen regulatorischen Anforderungen für den Marktzugang dieser homöopathischen Arzneimittel hat sich die Firma jedoch gestellt. Inzwischen ist die Nach- bzw. Neuregistrierung zahlreicher Medikamente, darunter auch einiger tierischen oder mikrobiologischen Ursprungs (z. B. Lachesis, Tuberculinum bovinum und Lac caninum) erfolgreich abgeschlossen worden.

 

Heute kann die Firma Arcana, nach dem Tod ihres Gründers im Jahre 2000, ca. 1000 Arzneien von der LM 1. – 120. LM, viele Mittel sogar bis zur 500. LM anbieten.

Die Herstellung der LM-Potenzen erfolgt durch Handverreibung der Ausgangsstoffe bis zur C3-Verreibung. Die Weiterverarbeitung zur LM-Potenz durch Handverschüttelung im Mehrglasverfahren. Bei der Fertigstellung  der flüssigen Potenzen wird das imprägnierte Streukügelchen per Hand in die Arzneiflasche gebracht, der Arzneiträger (10,0 ml  19%iger Ethanol) maschinell zugeführt.

 

Die apparative Ausstattung des Produktionsbereichs, in dem alle vertriebenen flüssigen LM-Potenzen arzneibuchkonform und GMP-gerecht hergestellt werden, wird ständig verbessert und entspricht dem Stand der Technik. 2005 wurde eine moderne Abfüll-Linie mit Etikettierstation installiert.

Inzwischen ist die älteste Tochter Dr. Sewerins, Frau Katrin Zink, die in Münster Pharmazie studiert hat, als Herstellungsleiterin in der Firma tätig und setzt die Familientradition für die Sache der Homöopathie zu arbeiten und zu kämpfen, fort. Ihr zur Seite steht Dr. Michael Grün als erfahrener und sachkundiger Kontrollleiter.

 Mitarbeiter

Die Firma Arcana beschäftigt zur Zeit 16 Mitarbeiter und betrachtet sich weiterhin als Familienunternehmen, welches sich den Prinzipien und der Herstellungsweise nach Hahnemann verpflichtet fühlt. Ihr besonderes Anliegen ist es, den homöopathischen Arzneimittelschatz in seiner Vielfalt zu erhalten. Zur Zeit stehen die Anstrengungen, wichtige Nosoden für die Therapeuten wieder verfügbar zumachen, an erste Stelle. Alleine kann das allerdings nicht geleistet werden. Verbände und Therapeuten sind zur Unterstützung und Mithilfe angesprochen und aufgerufen.

 
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